Persönliche Worte unseres Pastoralraum- und Gemeindeleiters

Liebe Angehörige der Pfarreien Aarburg und Rothrist,

Beim Schreiben dieser Zeilen ist es etwa zehn Tage her, seit ich hier im Pastoralraum Aargau West tätig geworden bin. Vorerst bin ich als Lernender, manchmal auch als Staunender unterwegs. Es ist mir wichtig, die Pfarreien zuerst richtig kennenzulernen, bevor ich eigene Ideen einbringe. So hat man es uns beim ersten Einsatz mit der Bethlehem Mission Immensee eingeschärft: Augen auf, Ohren auf, aber den Mund zu. Dieser Ratschlag hat sich in vielen Lebenssituationen bewährt.

Überall treffe ich engagierte Menschen – in Rothrist, Aarburg, Zofingen oder Strengelbach. Überall wurde ich herzlich aufgenommen. Natürlich fragen sich die Teammitglieder in Zofingen und Aarburg, was der Neue wohl verändern wird. Das gehört dazu.

Meine Anstellung ist gleich eine dreifache: Einerseits bin ich Gemeindeleiter von Zofingen-Strengelbach, andererseits jener von Aarburg-Rothrist und zugleich auch Pastoralraumleiter. Zum Glück gibt es überall Frauen und Männer vor Ort, die selbständig und kompetent ihre Aufgaben wahrnehmen. Darüber bin ich sehr froh.

Für die Errichtung des Pastoralraums sind bereits viele Anstrengungen unternommen worden. So richtig geklappt hat es scheinbar noch nicht. Oder doch? Ich meine bereits vieles zu beobachten, das im Zusammenwachsen begriffen ist – sei es in der Jugendarbeit, in der Katechese, in der Liturgie oder auch auf Seiten der Kirchgemeinden.

Die Idee des Pastoralraums besteht darin, nicht mehr nur selbstgenügsam und örtlich rund um den eigenen Kirchturm zu denken, sondern räumlich und solidarisch. Denn nur gemeinsam können wir wirklich Kirche sein. Das ist Teil von unserem katholischen Selbstverständnis.

Eindrücklich hat mir dies vor Jahren ein tansanischer Kapuziner vor Augen geführt. «Martin», meinte er, «vergiss nicht: Wir beten das Vaterunser!» Vaterunser ist ein Plural. Niemandem kommt es in den Sinn, für sich allein ein Vatermein zu beten. Automatisch schliessen wir andere Mitchristinnen und Mitchristen in unser Gebet ein – und werden gleichzeitig von ihnen in ihr Gebet miteingeschlossen.

So sehe ich einen Pastoralraum nicht einfach als Verwaltungseinheit, sondern als einen Gebets- und Glaubensraum. Darin darf es viele unterschiedliche Gruppen und Angebote geben, die allerdings nicht losgelöst nebeneinanderstehen, sondern eine Gemeinschaft von Gemeinschaften bilden. Gemeinschaften, die sich auch um das Ganze kümmern.

Vorerst freue ich mich darauf, die Pfarreien noch besser und hoffentlich bei guter Gelegenheit auch viele von Ihnen persönlich kennenzulernen.

Diakon Martin Brunner-Artho

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  • Antonia Hasler, Regionalverantwortliche, beauftragt Martin Brunner-Artho: eigen