Der Winter ist hat sich längst zurückgezogen. Überall treibt, grünt und blüht es. Die Winterjacke ist schon gut versorgt, denn wir haben uns inzwischen wieder an die wärmenden Sonnenstrahlen gewöhnt. Doch dann kann es plötzlich für einige Tage wieder so richtig kalt werden. Schuld daran, so sagt der Volksmund, sollen die «Eisheiligen» sein. Zwischen dem 12. und 15. Mai, «sorgen» die Heiligen Pankraz, Servaz, Bonifaz und die kalte Sophie dafür, dass es mitten im Frühling noch einmal so richtig kalt wird.
Meteorologisch gesehen sind wiederholte Kaltlufteinbrüche aus Nordosteuropa und Nachtfröste nach vorausgehenden Wärmeperioden im Frühjahr nicht wirklich ungewöhnlich. Doch für die Obstblüte und für andere Pflanzen, die schon angefangen haben zu blühen, können späte Frostnächte durchaus gefährlich werden. Kein Wunder also beschreiben unzählige Bauernregeln genau dieses wichtige Problem.
Doch zur Ehrenrettung der Heiligen muss auch klar festgehalten werden: Mit Kälte haben diese Heiligen rein gar nichts zu tun. Es ist nur ihr Gedenktag, der zufällig genau auf die Tage fällt, an denen es im Mai oft noch einmal so richtig kalt wird.
Darum lauten zwei bekannte Bauernregeln:
«Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.»
«Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.»
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- Blume mit Eis: Dr. Albrecht Garsky, in: Pfarrbriefservice.de