Was bedeutet Ostern für mich? Das frage ich mich jedes Jahr wieder und finde letztlich keine schlüssige Antwort. Sicher ich kann aufzählen, was ich so über Ostern weiss. Was es aber in meinem Innersten bewirkt, kann ich nicht wirklich in Worte fassen.
Wer glaubt schon an die Auferstehung?
Niemand kann sie beweisen, niemand kann sie begreiflich machen. Der Tod, das Sterben, das Vergehen des Lebens ist uns doch viel näher. Das gehört zu unseren alltäglichen Erfahrungen, nicht jedoch die Auferstehung. Sie ist eine ungeheure Zumutung aus unserem christlichen Glauben, und von dieser Auferstehung wird schon seit über 2000 Jahren erzählt.
Was bedeutet Ostern für mich? Das Wort von Dietrich Bonhoeffer: «Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln», das er in der Todeszelle geschrieben hat, kann unseren Gedanken einen Hinweis und eine Richtung geben. Der Glaube an die Auferstehung hat seinen Anfang in der Liebe, die sich nicht begraben lässt unter dem Stein des endgültigen Todes. Sicher, wir werden das Geheimnis der Auferstehung nie wirklich durchschauen können. Aber an jedem Osterfest sind wir eingeladen, unseren Glauben an Jesus Christus mit neuen Augen zu sehen.
So wünsche ich uns für dieses Osterfest neue Augen, die helfen, Jesus in unserem Leben zu entdecken; diesen Jesus, von dem wir glauben, dass er mitten unter uns Menschen lebt, auch wenn es kaum zu glauben ist. Gerade in Zeiten, in der die Welt Kopf steht, ist der auferstandene Christus bei uns. Der Tod hat seine Macht verloren. Und das bedeutet: „Wir alle werden auferstehen.“
Seltsame Geschichte – schöne Geschichte von einem den sie nicht auslöschen konnten. Gottes Geheimnis zum Anfassen, stärker als alle Wahrscheinlichkeit,
schöner als es sich sagen lässt und wahrer als wir es für möglich halten –
Das ist Ostern
Licht über das Dunkel
das leere Grab
das überwundene Kreuz
Christus hat den Tod bezwungen
strahlend erhebt sich
die österliche Sonne
Christus ist auferstanden
Halleluja

Bild:
- Auferstehung: Sr. Chantal Hug
- Osterabend 2011.: Sr. Chantal Hug