Radikal, arm und doch reich:  Franz von Assisi


Er ist DER Heilige, der mit der Natur und dem Erhalt unserer Schöpfung in Verbindung gebracht wird. Er hat, wie kein anderer Heiliger, unsere Kirche radikal verändert. Und er hat gleichzeitig eine so grosse Anerkennung erfahren, wie kein anderer Heiliger. In seiner Jugend lebenslustig, erfuhr Franz von Assisi nach Haft und Krankheit eine geistige Wandlung und er fasst den Entschluss, Christus nachzufolgen, in Armut zu leben und so die zerfallende Kirche wieder neu aufzubauen.

Die Schöpfung und alle Geschöpfe sind für Franziskus nicht seine «Umwelt», sondern seine «Mitwelt», sie sind nicht «Gebrauchsgegenstände» der Menschen, sondern sie sind um ihrer selbst willen da. Sie sind uns Schwestern und Brüder und sie verweisen uns auf Gott, den Schöpfer allen Seins.

Diese Haltung kommt in seinem bekanntesten Text, dem Sonnengesang, zum Ausdruck und ebenso in seinem Umgang mit anderen Menschen, Kulturen und Religionen.

Die bedingungslose Nachfolge Christi wurde zum Lebensthema des Franz von Assisi. Arm wollte er es dem armen Christus gleichtun. Nicht nur allen Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und der gesamten Natur wollte er das Evangelium von der Liebe Christi verkündigen. Mit dieser radikalen Botschaft gewann er schon zu Lebzeiten nicht nur Freunde.

Aber die Tatsachen, dass er inzwischen offiziell zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie ernannt wurde, und sein Gedenktag am 4. Oktober weltweit als Tierschutztag begangen wird, zeigen deutlich, wie gross die Zustimmung zu ihm ist.

Bild:

  • Franziskus: Ausschnitt des ältesten Portraits des Franz von Assisi, ein Wandgemälde aus dem Kloster Sacro Speco in Subiaco/Wikipedia